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Dietrich Becker

1623-1679

Der heute fast völlig unbekannte Dietrich Becker galt zu seinen Lebzeiten als einer der wichtigsten deutschen Musiker. In Hamburg geboren und gestorben, war er als Violinist Schüler von Johann Schop. Nach einigen Stellen im Hamburger Umland wurde er 1667 dessen Nachfolger als Leiter der dortigen Rathsmusic, der städtischen Ratskapelle, später zusätzlich noch Musikdirektor am Dom. Als Antrittsreverenz widmete er dem Hamburger Rat 1668 die „Musicalischen Frühlingsfrüchte – Sonaten-Suiten“, die den Weg von der Consortpolyphonie zur neuen barocken Triosonate weisen. Blieb Becker in den Suitensätzen bei aller musikalischer Qualität dem traditionellen Umfeld verhaftet, experimentierte er in den Sonatensätzen – ähnlich wie sein Lübecker Zeitgenosse Franz Tunder – mit freieren, affektgeladenen Abschnitten als Mitgestalter des norddeutschen Stylus phantasticus.